![[Fotos/Bilder] „Gemeinsam deuten und philosophieren“ – Synchronsprecherin Aoi Yuki, die Madoka Kaname erneut spricht, über den Reiz von „Puella Magi Madoka Magica“ 1.](https://times-abema.ismcdn.jp/mwimgs/9/5/724w/img_95e9be620fe5e6a0b08af18c957e00491891537.png)
Die 2011 ausgestrahlte Anime-Serie „Puella Magi Madoka Magica“ sorgte mit ihrer überwältigenden visuellen Gestaltung und ihrer tiefgründigen Geschichte binnen kurzer Zeit nicht nur unter Anime-Fans, sondern auch beim breiten Publikum für viel Gesprächsstoff.
Im Folgejahr 2012 kamen mit „Madoka Magica – Der Film: Hajimari no Monogatari“ und „Madoka Magica – Der Film: Eien no Monogatari“ zwei Filme in die Kinos, die die Anime-Serie neu montierten, und 2013 folgte die Fortsetzung „Madoka Magica – Der Film: Rebellion“. Die Aufmerksamkeit wuchs bis zu einem Ausmaß, das man als gesellschaftliches Phänomen bezeichnen kann, und das Werk trug seinen Teil dazu bei, dass Anime bis heute ein breites Publikum erreicht.
13 Jahre nach dem Kinostart von „Madoka Magica – Der Film: Rebellion“ kommt am Freitag, dem 28. August 2026, mit „Puella Magi Madoka Magica the Movie -Walpurgisnacht: Rising-“ eine vollständig neu produzierte Fortsetzung in die Kinos. Für diesen Artikel haben wir mit Aoi Yuki gesprochen, der Synchronsprecherin, die darin erneut die Hauptfigur Madoka Kaname spricht: über den Reiz von „Puella Magi Madoka Magica“, den sie beim erneuten Ansehen der früheren Werke entdeckt hat, und über die Gründe dafür, dass die Reihe so groß geworden ist.
— Es geht nicht darum, Hausaufgaben zu machen, aber ich glaube, man kann „Puella Magi Madoka Magica the Movie -Walpurgisnacht: Rising-“ stärker genießen, wenn man vorher die früheren Werke gesehen hat.
Yuki: Für uns war das ja selbstverständlich, aber es gibt eben Dinge, die man erst beim Wiedersehen versteht (lacht). Doch selbst wenn man die Werke heute noch einmal ansieht, wirken sie, glaube ich, wie etwas Neues.
Ich habe sie vor den Aufnahmen zu „Puella Magi Madoka Magica the Movie -Walpurgisnacht: Rising-“ selbst noch einmal angesehen. „Puella Magi Madoka Magica“ zeichnet die Psychologie der Figuren sehr genau, und je nachdem, in welcher Stimmung und in welcher Situation man selbst gerade ist, sieht man die Geschichte anders und fühlt auch mit anderen Figuren mit.
Auf dem Weg zu „Puella Magi Madoka Magica the Movie -Walpurgisnacht: Rising-“ ist es außerdem so: Sayaka, Mami und Kyoko etwa nehmen in der Fernsehserie ein trauriges Ende, aber in „Madoka Magica – Der Film: Rebellion“ und in „Puella Magi Madoka Magica the Movie -Walpurgisnacht: Rising-“ werden ihre Geschichten teilweise neu erzählt. Wenn man also im Wissen um dieses traurige Ende zurückblickt, kann man sehen, wie sich jede der Figuren auf ihre Weise zu Recht ins Zeug legt.
— Besonders um Mami herum gab es zur Zeit der Fernsehausstrahlung ja eine regelrechte Begeisterung. Deshalb gibt es wohl Dinge, die man erst jetzt, wo alles ruhiger geworden ist, objektiv erkennen kann.
Yuki: Genau. Zum Beispiel: Mami ist eigentlich so stark. Oder: Sayakas Gerechtigkeitssinn macht sie mehr als jede andere zu einer Heldin. Sie beschützt auch Homura und kämpft als Heldin, die sowohl das Licht als auch die Dunkelheit kennt. Und tatsächlich ist Nagisa die Kriegerin mit der längsten Geschichte und spielt eine große Rolle.
Es ist ja nicht einfach die Geschichte, in der Madoka eine traurige Lage irgendwie löst. Man bekommt darüber hinaus zu sehen, wie die anderen noch weiter kämpfen und dabei großartig wirken. In diesem Sinne glaube ich, dass die Freude größer ist, wenn man vorher zurückblickt und dann schaut.
— Ein absoluter Unterschied zur Zeit der Fernsehausstrahlung ist ja auch, dass man heute weiß, dass daraus eine Reihe wird, die so weit weitergeht.
Yuki: Ja, das stimmt. Die Fernsehserie war eine Geschichte mit einem schönen Ende, aber zum Kinostart von „Madoka Magica – Der Film: Rebellion“ gab es die Freude, die Fortsetzung sehen zu dürfen. Und weil auch „Madoka Magica – Der Film: Rebellion“ keineswegs glücklich endet, glaube ich, dass die neue Geschichte das Publikum treffen wird.
Auch wenn man nur „Puella Magi Madoka Magica the Movie -Walpurgisnacht: Rising-“ sieht, macht es Freude, die Bilder wie bewegte Kunst auf sich wirken zu lassen. Die psychologische Zeichnung der Figuren genießt man aber sicher mehr, wenn man die zuvor aufgebaute Geschichte gesehen hat. Zur Zeit der Ausstrahlung war alles ein Fest, und man hat es in dieser Feststimmung ein wenig aufgeregt verfolgt – aber wenn man „Puella Magi Madoka Magica“ in Ruhe noch einmal ansieht, hat es einen ganz anderen Geschmack.
![[Fotos/Bilder] „Gemeinsam deuten und philosophieren“ – Synchronsprecherin Aoi Yuki, die Madoka Kaname erneut spricht, über den Reiz von „Puella Magi Madoka Magica“ 2.](https://times-abema.ismcdn.jp/mwimgs/6/7/724w/img_67b9ef04c08b8c680f946cac7a26d4d01936594.png)
— Ich war zur Zeit der Fernsehausstrahlung schon selbst in der Branche tätig, deshalb konnte ich dieses Fest nicht zu 100 Prozent als einfacher Anime-Fan mitfeiern.
Yuki: Um es einfach nur als Fest unbeschwert zu genießen, sind die Menschen, die daran arbeiten, zu nah. Weil man ihre Mühe so unmittelbar mitbekommt, kann man nicht ausgelassen sein.
— Gerade weil ich dieses Fest aus einer gewissen Distanz betrachtet habe, frage ich mich heute, was der Ursprung dieser Begeisterung war. Verglichen mit 2011, dem Jahr der Ausstrahlung, hat sich das Umfeld von Anime bis 2026 verändert. Was glauben Sie, warum „Puella Magi Madoka Magica“ zu einem so großen Werk geworden ist?
Yuki: Ich glaube, der erste Auslöser dafür, dass alle es spannend fanden, war das Deuten. Man hat die Welt des Werks gedeutet, und es gab die Bewegung, gemeinsam vorherzusagen, wie es weitergehen würde, und mit dieser Frage zu schauen. „Weil das so gezeigt wird, läuft es vielleicht so?“ – ich glaube, es war ein Werk, bei dem es Freude machte, sich gemeinsam etwas vorzustellen und nachzudenken.
Damals gab es noch die Stimmung, Anime sei etwas für Otaku, heute ist das nicht mehr so, und alle möglichen Menschen genießen Anime als Hobby.
Ich bin stolz darauf, dass unser Werk einer der Auslöser dafür war. Es ist ein Werk, das gerade deshalb Freude macht, weil es (innerhalb der Geschichte) keine Antwort liefert und man gemeinsam deuten und philosophieren kann. Auch „Puella Magi Madoka Magica the Movie -Walpurgisnacht: Rising-“ enthält dieses Element, und ob es dem heutigen Publikum schmeckt, weiß ich noch nicht – aber dass genau daran nichts geändert wurde, gefällt mir sehr.
— Mit der Verbreitung des Internets und danach der sozialen Medien gab es damals tatsächlich sehr viele Deutungen. Ich habe sie sogar als Anregung für meine Artikel genutzt (lacht).
Yuki: Auch ich denke nach einem Anime unheimlich gern darüber nach, wie das Werk für mich war, über die gezeigte Welt und über die Gerechtigkeit und das Glück jeder einzelnen Figur. Natürlich liegt das auch an meinem Beruf als Schauspielerin, aber genau das macht Spaß.
Es liegt genug Material zum Deuten bereit, und die Geschichten sind voller Deutungsspielräume, die nur der animierte Ausdruck als Gesamtkunstwerk ermöglicht – das ist für mich die Stärke von „Puella Magi Madoka Magica“.
— Ich kann Ihnen da wirklich nur zustimmen. Gleichzeitig finde ich es frustrierend, dass mit der Entwicklung der sozialen Medien auch die Haltung entstanden ist, es müsse unbedingt eine Antwort geben und es sei richtig, sie sofort zu erfahren.
Yuki: Sie haben recht, ich habe den Eindruck, dass Werke, bei denen das Nachdenken Freude macht, überraschend seltener geworden sind. „Puella Magi Madoka Magica“ hat gezeigt, wie viel Freude es macht, gemeinsam über etwas nachzudenken. Und dass es heißt: Was richtig ist, findet sich nur in euch selbst – das finde ich unglaublich elegant, und es ist ja tatsächlich so.
Nicht die Wahrheit selbst hat Bedeutung, sondern wie man sie aufgenommen hat. Dass das von Anfang bis Ende konsequent durchgezogen wird, macht für mich die Klasse von „Puella Magi Madoka Magica“ aus.
Genau so haben auch wir bei den Synchronaufnahmen darüber gesprochen: „Bedeutet das wohl das?“ – unter anderem mit Chiwa Saito, die Homura Akemi spricht. „Ist es vielleicht so?“, „Ach, so war das!“ – so haben wir gearbeitet und die Zusammenhänge zusammengefügt.
— Es ist ein Werk, das sich auch aus den Dialogen und den Regieanweisungen im Drehbuch schwer entschlüsseln lässt.
Yuki: Ich sehe die Geschichte aber nur aus Madokas Perspektive, deshalb gibt es umgekehrt vieles, was ich selbst nicht vollständig verfolgen kann. Aus den Perspektiven der einzelnen Figuren gibt es sicher noch viele andere Wahrheiten. Ich wünsche mir, dass Sie den Film mehrmals sehen und so zu Ihrer eigenen Wahrheit finden.
Früher gab es ja auch die Stimmung, Anime sei etwas für Kinder. Umgekehrt steckt in diesem Werk so viel Philosophie, dass ich mich frage: Was würden Kinder denken, wenn sie es heute sehen? Zu was für Menschen würden sie heranwachsen? Und ich glaube, selbst wer Anime überhaupt nicht kennt, versteht zumindest, dass Bild und Ton außergewöhnlich sind.
— Selbst wenn man es nicht versteht, begreift man zumindest, dass man etwas Unglaubliches gesehen hat (lacht).
Yuki: Es setzt so unglaublich viel Dopamin frei, dass Kurzvideos dafür nicht mehr ausreichen (lacht). Man kann allein ins Kino gehen und in Ruhe deuten, oder mit Freunden hingehen und darüber sprechen, was man selbst gedacht hat. Durch dieses Gespräch versteht man dann auch besser, was für ein Mensch dieser Freund ist (lacht).
Alle: (Lachen)
Yuki: Auch in diesem Sinne steckt sehr viel davon darin, dass ein Werk zu sehen bedeutet, sich selbst zu sehen und auch den anderen zu sehen. Ich würde mich freuen, wenn man den Film auf diese Weise genießt.
![[Fotos/Bilder] „Gemeinsam deuten und philosophieren“ – Synchronsprecherin Aoi Yuki, die Madoka Kaname erneut spricht, über den Reiz von „Puella Magi Madoka Magica“ 3.](https://times-abema.ismcdn.jp/mwimgs/f/b/724w/img_fbb30b612f1af981c22c1964d3d1464a510655.jpg)
Was man fühlt und denkt, wenn man die Bilder und die Geschichte von „Puella Magi Madoka Magica the Movie -Walpurgisnacht: Rising-“ erlebt: Das Interview hat spürbar gemacht, dass genau in diesem Prozess die Bedeutung liegt. Finden Sie im Kino Ihre eigene Wahrheit.
Recherche, Fotos und Text / kato
(C)Magica Quartet/Aniplex,Madoka Project













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