[Fotos/Bilder] „Champignon Witch“: Eine sanfte Welt mit einer unterschwelligen Melancholie – Was macht den Reiz dieses Werks aus? Synchronsprecherin Haruka Shiraishi im Interview. 2
Vergrößern

—— Frau Shiraishi, wie nehmen Sie die Welt der Originalvorlage wahr?

Shiraishi: Je weiter man die Geschichte liest, desto mehr merkt man, dass es zwar eine sanfte Welt ist, die aber dennoch irgendwo eine unterschwellige Melancholie in sich trägt. Doch diese Düsterkeit ist nicht von der Art, die einen beim Zuschauen quält, sondern eher eine, die sich an das Leid schmiegt, das wir alle in unseren Herzen tragen. Ich habe das Gefühl, dass genau das einen Teil des Charmes von „Champignon Witch“ ausmacht.

—— Ein wichtiger Punkt ist auch, dass Luna eine physische Besonderheit hat, die den Kontakt mit anderen Menschen erschwert, nicht wahr?

Shiraishi: Luna ist eine sehr gütige Hexe, doch weil Giftpilze in ihren Fußstapfen in der Stadt wachsen, werden ihr oft grausame Worte an den Kopf geworfen. Trotzdem gibt es Menschen, die durch die von ihr hergestellte Medizin gerettet werden. Auch wenn es keine Worte sind, die direkt an sie persönlich gerichtet werden, wie etwa „Diese Medizin ist gut“, empfängt sie diese leisen, freundlichen Echos und empfindet Freude dabei, in die Stadt zu gehen.

 Selbst in einer Situation, die allgemein als unglücklich wahrgenommen würde, besitzt sie eine innere Stärke, während die Minos und die anderen an ihrer Seite sind, wenn sie schwache Momente hat. Indem sie viele Dinge in sich verarbeitet und jeder Sache mit Sorgfalt begegnet, ist auch ihre Wortwahl gegenüber anderen Menschen etwas ganz Eigenes...

—— Man kann sich vorstellen, dass es viele Herausforderungen gab, Luna zu spielen, deren emotionale Nuancen so filigran sind.

Shiraishi: Ich wollte die Art und Weise, wie sie ihre Gefühle gegenüber den anwesenden Charakteren richtet, sehr feinfühlig ausdrücken. Bei der Aufnahme der ersten Episode gab es die Anweisung, Lunas Zögern beim Sprechen irgendwie in die vorgegebene Zeitspanne einzubauen, was ich als sehr schwierig empfand...

—— Es wurde also die Finesse verlangt, den Ausdruck innerhalb des Zeitrahmens zu bewahren.

Shiraishi: Ich verstand genau, was gemeint war. Die Worte, die Luna ausspricht, kommen nicht einfach so heraus. Sie sind das Ergebnis vieler Emotionen, die sie in sich verarbeitet und gründlich abgewogen hat – sie überlegt, ob es so oder so richtig ist.

Da in ihren Worten Güte und viele andere Gefühle mitschwingen, sollte ich diese Entstehungsgeschichte der Worte auch in das Tempo des Gesprächs einfließen lassen. Das war wirklich kompliziert... Ich habe darauf geachtet, Lunas ganz eigene Art der Artikulation beizubehalten und versucht, sie so nuanciert wie möglich zu sprechen.

nächste Seite
Deutsch
Fotos zu diesem Artikel ansehen (3 Bilder)